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Foto: Jochen Drexel

- typisch Ingersheim

Foto: Jochen Drexel

ARCHIV: Arbeitskreis Asyl

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Rückblick Juli

25.07.2017 – 08.08.2017

Flüchtlingsfamilien in Ingersheim

Auch diese Woche möchten wir wieder eine Familie vorstellen, die geflüchtet ist und in Ingersheim lebt.

Die seit Montag achtköpfige Familie, aus drei Generationen, lebt seit etwa 2 Jahren in Deutschland und sind seit Juni 2015 in Ingersheim in der Friedrichstraße.

Sie wohnen hier gemeinsam unter einem Dach, Fatema und Gholam mit ihren beiden Söhnen Hassan und Mohammad und seiner Frau Sakineh mit ihren Kindern Amir (13 Jahre alt), Arezu (9 Jahre alt) und Melina (5 Tage alt).

Ursprünglich kommen sie aus Kabul, der Hauptstadt Afghanistans. Dort haben sie in ihrem eigenen Haus gewohnt. Doch in dieser Stadt kosten die täglichen Anschläge vielen Menschen ihr Leben. Normale Menschen auf der Straße werden zu Opfern von Bomben- Attentaten und Kämpfen. Allein in diesem Halbjahr gab es etwa 1660 Tote, fast ein Viertel davon waren Kinder (aktueller Zeitungsbericht).

Deutschland bedeutet für sie Zukunft. Eine Zukunft für ihre Kinder in einem Land aufzuwachsen, in dem kein Krieg herrscht, eine Zukunft für ein Leben ohne die Taliban. Sie wurden alle auf der Flucht getrennt und sind daher in Deutschland geteilt und zu unterschiedlichen Zeitpunkten angekommen.

Die Angst wieder zurück gehen zu müssen, in ein Land in dem ihnen kein sicheres Leben garantiert werden kann, ist groß. Die ganze Familie hat diese Ungewissheit selbst erlebt, zwei Jahre nicht zu wissen wie ihr Asylverfahren ausgeht und dann kam die Nachricht, auch zu denen zu gehören, deren Asylantrag abgelehnt wurde und zurück nach Afghanistan abgeschoben werden sollten. Der Schock war groß. Vor allem bei den Kindern hat man gemerkt, dass sie es gar nicht verstehen wieso sie zurückgehen müssen. Ihre Freunde wohnen doch in Ingersheim, hier ist jetzt ihre Heimat und hier sind sie zuhause.  Auch für uns als MitarbeiterInnen des Arbeitskreises und Freunde der Familie war es nicht in Worte zu fassen. Eine Familie, die hier sehr gut integriert ist in das Leben in Deutschland, die sich bemühen unsere Sprache zu lernen und die auch ein Teil von unserem Leben geworden sind. Sie haben Einspruch erhoben gegen diesen Entscheid, was für einen Teil der Familie erfolgreich war bis jetzt, doch die endgültige Entscheidung für immer hier zu bleiben ist noch längst nicht gefallen.

Die Kinder sind gut integriert in die Vereine. Amir spielt Fußball, Arezu geht in den Akkordeon-Verein und turnt. Sie wurden sehr gut aufgenommen und fühlen sich willkommen.

Hassan besucht die Schule auf dem Römerhügel in Ludwigsburg und ist dort auf dem Weg zu seinem Hauptschulabschluss. Er möchte später eine Ausbildung machen, um arbeiten zu können.

Die Eltern der Kinder besuchen einen Deutsch- bzw. Integrationskurs um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und um später auch arbeiten zu können.

Der Arbeitskreis Asyl

Der AK besteht aktuell aus 18 ehrenamtlich engagierten BürgerInnen aus Ingersheim. Außer der Organisation des Café International, begleiten wir die in Ingersheim lebenden Flüchtlinge (z.B. bei Behördengängen zu Jobcenter, Arbeitsamt, Ausländeramt, Rathaus, Schulanmeldung...), vermitteln sie zu Vereinen und der Jugendarbeit und bieten ergänzende Deutschkurse im evangelischen Gemeindehaus an.

Am kommenden Montag, den 31. Juli findet eine Veranstaltung für alle Flüchtlingskinder statt. Ruth Wyrich kommt zu uns ins Gemeindehaus und lernt den Kindern alles rund um das Thema „Gesunde Zähne“.

 

Auch unser Sommerfest am 7. Juli auf der Wiese am Fischerwörth mit allen Familien war sehr gelungen.

Lernen Sie uns kennen beim nächsten Café International nach der Sommerpause (Termin folgt) oder bei unseren AK Sitzungen (die Nächste ist am Montag, 11.9. um 19 Uhr), weitere Termine finden sie im Amtsblatt.

Wir freuen uns auf Jede und Jeden!

 

Jule Hallmann