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Ingersheimer Amtsblatt

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„Die Nährstoffbombe vom Baum“

10.11.2017 – 16.11.2017

Kulturwissenschaftlerin Beate Volmari stellt im Ingersheimer Rathaus ihr Apfelbuch „Paradiesische Frucht“ vor

 

Rund 150 Besucher waren am Sonntag im Rathaus dabei, als die Kulturwissenschaftlerin Beate Volmari ihr neuestes Werk „Paradiesische Frucht – Das Buch rund um den Apfel“ vorstellte.

 

Ingersheim. - Der Ort war gut gewählt, denn nicht nur Streuobstwiesen prägen nach wie vor die Gemeinde, der örtliche Obst-und Gartenbauverein betreibt an der Straße nach Freiberg eine über die Ortsgrenzen hinaus bekannte Edelobstanlage, in der gleich mehrere Apfelsorten gedeihen. Ganz abgesehen davon, dass Ingersheims Bürgermeister Volker Godel nicht nur ehrenamtlicher Kreisvorsitzender aller Obst- und Gartenbauvereine, sondern auch stolzer Besitzer von Streuobstwiesen im Nachbarkreis ist, die er eigenhändig bewirtschaftet.

 

Da traf es sich gut, dass sich die „Neubürgerin“ (Godel), Kulturwissenschaftlerin und Journalistin Beate Volmari just an ihn wandte, als sie ihr inzwischen zehntes Buch vorstellen wollte. „Da habe ich sofort zugesagt“, erklärte der Schultes in seiner Begrüßungsrede, zumal das Thema ihm naturgemäß am Herzen liegt und ohnehin die Zahl der Ingersheimer Kulturveranstaltungen in letzter Zeit stark zurückgegangen war. Und so fanden sich an diesem verregneten Vormittag so viele Besucher ein, dass im Obergeschoss des Rathauses noch schnell weitere Stuhlreihen aufgestellt werden mussten. Sodass sogar die Präsentation der Apfelausstellung des Obst-und Gartenbauvereins vorübergehend in Bedrängnis geriet.

 

Eine „Tour d‘horizon“ rund um das Kulturgut Apfel hatte Godel versprochen und das wurde es auch im Beisein des Landtagsabgeordneten Fabian Gramling (CDU) und des Walheimer Bürgermeisters Albrecht Dautel - trotz aller gebotenen Kürze. Denn die Autorin streifte elegant alle neun Kapitel ihres Buchs über die „Nährstoffbombe vom Baum“, an denen sie mehrere Jahre gearbeitet hatte. Schlug einen Bogen von der Geschichte des Apfels zu der Pflege von Streuobstwiesen der Gegenwart bis hin zu seiner Bedeutung in Literatur (Schillers „Tell“) und Küche.

 

Natürlich ging Beate Volmari auch auf Volkstumsbräuche und -mythen ein, die sich rund um den „Liebesapfel“ rankten. Wie beispielsweise junge Frauen glaubten, aus Apfelschalen den Anfangsbuchstaben des künftigen Liebsten herauslesen zu können. Andererseits jedoch auch Menschen früherer Jahre im Apfel manchmal ein  Todesorakel sahen. Auch Sprichwörtliches hat Volmari ausgegraben: Dass man zuweilen „In den sauren Apfel beißt“ beispielsweise, „Der Apfel nicht weit vom Stamm fällt“ und mancher sein Hab und Gut schon „Für ‘nen Appel und ‘nen Ei“ verkaufen musste.

 

Allein die Rezepte, die die Autorin von Freunden gesammelt hat, ist es wert, dieses Büchlein zu erwerben. Denn dort erfährt man haarklein, wie man eine Apfel-Lauch-Soße zubereitet, die Weihnachtsgans mit Äpfeln füllt oder auch einen zünftigen Kaiserschmarrn mit Apfelkompott serviert.

 

Ihr reich mit Fotos bestücktes Buch „Paradiesische Frucht“ sei kein Fachbuch für Pomologen, hat Beate Volmari gestern gesagt. Und das ist es auch nicht: Denn es ist sehr unterhaltsam – und trotzdem lehrreich.                                   Günther Jungnickl  

 

Beate Volmari „Paradiesische Frucht – Das Buch rund um den Apfel“: Amiculus Verlag, Freiberg, 130 Seiten, 14.95 Euro, Layout Florian Edelmann (Walheim), ISBN: 978-3-9816117-2-4.

 

Artikel aus: Bietigheimer Zeitung, 6.11.2017