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Die Informationen aus diesem Bereich stammen aus dem Baden-Württembergischen Verwaltungs-Portal ServiceBW. Die Daten werden regelmäßig aktualisiert.

Lebenslagen >  Arbeitgeber >  5. Arbeitszeit und Arbeitsformen >  5.5. Freie Mitarbeiter

5.5. Freie Mitarbeiter

Mit freien Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen können Sie als Arbeitgeber rasch und flexibel auf Konjunkturschwankungen reagieren.

Für sie gelten wesentliche arbeitsrechtliche Bestimmungen nicht, beispielsweise der gesetzliche Kündigungsschutz oder die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Außerdem fallen weder Sozialversicherungsbeiträge noch Urlaubs- und Krankengeld an.

Sie erhalten als Auftraggeber eine Rechnung für die geleistete Arbeit. Damit entfallen für Sie die An- und Abmeldungen bei der Krankenkasse und die Versteuerung der Bezüge. Dafür ist jeder freie Mitarbeiter bzw. jede freie Mitarbeiterin selbst verantwortlich.

Achten Sie darauf, dass es sich bei der Beschäftigung freier Mitarbeiter nicht um eine sogenannte Scheinselbstständigkeit handelt, bei der in Wahrheit doch ein Beschäftigungsverhältnis eingegangen wird und die beschäftigte Person von seinem Arbeitgeber wie ein Arbeitnehmer abhängig ist. Wenn Zweifel hinsichtlich der sozialversicherungsrechtlichen Einordnung der Erwerbstätigkeit als selbstständige Tätigkeit oder abhängige Beschäftigung bestehen, verschafft Ihnen das sogenannte "Statusfeststellungsverfahren" bei der Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund Rechtssicherheit.

Eine solche Scheinselbstständigkeit kann weitreichende Folgen für Sie haben. Unter anderem kann es zu folgenden Zahlungsverpflichtungen kommen:

  • Nachzahlung von Sozialversicherungsabgaben rückwirkend für bis zu vier Jahre. Sie müssen dann sowohl die Arbeitgeber- als auch die Arbeitnehmeranteile übernehmen.
  • Ist die scheinselbstständige Person aus arbeitsrechtlicher Sicht ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin, genießt er bzw. sie auch die entsprechenden Rechte wie Kündigungsschutz, Urlaubsanspruch und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.
  • Scheinselbstständige sind nicht zum Ausweis von Umsatzsteuer in ihren Rechnungen berechtigt. Wurden derartige Rechnungen ausgestellt, müssen Sie die Vorsteuer für alle noch nicht veranlagten Jahre zurückzahlen.