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Landratsamt Ludwigsburg

Pflanzenrückschnitt zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beginnt: Gehölzpflegemaßnahmen entlang der Straßen im Landkreis

05.10.2021

Entlang der Straßenböschungen im Landkreis werden ab Mitte Oktober bis zum 28. Februar 2022 Gehölzpflegearbeiten durch die vom Landratsamt Ludwigsburg beauftragten Landschaftspflegefirmen ausgeführt. Dabei werden an definierten Streckenabschnitten Heckenbestände verjüngt, das Lichtraumprofil freigeschnitten und nicht mehr verkehrssichere Einzelbäume entfernt.

 

Die Bepflanzungen an Straßen erfüllen vielfache Funktionen wie Sicht- und Blendschutz, Böschungssicherung aber auch Überflughilfe für bestimmte Vogelarten. Um diese Funktionen dauerhaft aufrechtzuerhalten und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten, müssen regelmäßig Pflegemaßnahmen entlang der Straßen durchgeführt werden. Gemäß Bundesnaturschutzgesetz dürfen Pflegemaßnahmen von Gehölzen in der freien Landschaft zwischen Anfang Oktober und Ende Februar durchgeführt werden.

 

In diesem Zeitraum wird durch das Freischneiden des Lichtraumprofils die Sicht auf Schilder und Verkehrszeichen wiederhergestellt und in die Fahrbahn hineinragende Gehölze werden zurückgeschnitten. Auch zu hoch und lückig gewordene Heckenzüge werden durch das „auf-den-Stock-setzen“, ein Abschneiden etwa zehn Zentimeter über dem Boden, gepflegt. Dies wirkt optisch mitunter wie ein radikaler Kahlschlag. Es dient den Pflanzen aber als lebenserhaltende und verjüngende Pflegemaßnahme, von der sie sich rasch wieder erholen, so die Experten aus dem Fachbereich Straßenbau.

 

Durch das abschnittsweise Vorgehen haben Kleintiere und Insekten die Möglichkeit, sich auf die neue Situation einzustellen und erhalten auf den unangetasteten Nebenflächen genug Rückzugsfläche. Zudem werden im Vorfeld der Arbeiten erhaltenswerte Bäume innerhalb der Heckenzüge gekennzeichnet, die im Bestand belassen werden. Neben dem Ziel, durch diese selektive Förderung von Einzelbäumen ökologisch wertvolle und landschaftsbildprägende Altholzbestände zu etablieren, spielt auch die Auswahl der verbleibenden Holzarten im Hinblick auf die Anpassung an den Klimawandel eine immer größere Rolle.

 

Außer der flächigen Pflege bilden Baumfällungen inzwischen stark geschädigter Einzelbäume einen zweiten Bestandteil der Gehölzpflegearbeiten. Nachdem in den vergangenen Jahren bereits zunehmende Pilzkrankheiten an einigen Baumarten zum totalen Absterben befallener Bäume führten, leiden die Straßenbegleitbäume nun zusätzlich unter der Trockenheit in den Sommermonaten der letzten Jahre. Das rechtzeitige Reagieren auf die zunehmende Anzahl geschädigter Bäume stellt den Straßenbetriebsdienst vor große Herausforderungen.

 

Für die Gehölzpflegearbeiten, die teilweise nur mit einer Hubarbeitsbühne und einem Spezial-gerät, dem so genannten Fällkran, durchgeführt werden können, wird zur Absicherung des Arbeitsbereiches die Fahrbahn lokal eingeengt oder halbseitig gesperrt und der Verkehr je nach örtlicher Gegebenheit teilweise über eine Baustellenampel geregelt. Für die dadurch entstehenden Verkehrsbehinderungen bittet das Landratsamt um Verständnis.