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Ingersheimer Amtsblatt

Landratsamt Ludwigsburg

www.hilfetelefon.de

24.11.2021

Mitmachaktion 2021 „Wir brechen das Schweigen“

zum Internationalen Tag der Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

 

Gewalt gegen Frauen wird oft bagatellisiert oder ignoriert. Frauen wird häufig die Schuld gegeben, wenn sie Gewalt erfahren. Die Folge: Betroffene sprechen aus Scham und Angst nicht über das Erlebte. Das wollen wir ändern. Mit der Teilnahme an der Mitmachaktion „Wir brechen das Schweigen “des Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen möchten wir am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, ein Zeichen setzen – solidarisch, deutlich, kreisweit.

 

Im Jahr 2020 wurden im Landkreis Ludwigsburg laut dem Sicherheitsbericht des Polizeipräsidiums allein 783 Personen Opfer von Häuslicher Gewalt/Partnergewalt (2019: 699), was eine Steigerung von 12 % bedeutet. 622 der Opfer und somit die überwältigende Mehrheit davon waren weiblich. In gewalttätigen Partnerschaften werden Frauen vor allem Opfer von Körperverletzungsdelikten. Die Gewaltspirale reicht von leichten Körperverletzungen (539 Fälle) bis zu gefährlichen Körperverletzungen (92 Fälle).  Doch es wird davon ausgegangen, dass die bei der Polizei bekannt gewordenen Fälle nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Der Weiße Ring schätzt, dass 80 % der Taten nicht angezeigt werden.

 

Nach Schätzungen des Bundesweiten Hilfetelefons ist 3. Frau in ihrem Leben von sexueller und/oder körperlicher Gewalt betroffen. Doch nur circa 20 Prozent der Frauen, die Gewalt erfahren, wenden sich tatsächlich an eine Beratungsstelle. Hier setzt das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ an: Unter 08000 116 016 und über hilfetelefon.de können sich betroffene Frauen, Menschen aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen und Fachkräfte zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen beraten lassen.

 

An 24 Stunden und 365 Tagen im Jahr sind mehr als 80 Beraterinnen unter der Rufnummer 08000 116 016 und über die barrierefreie Webseite www.hilfetelefon.de kostenlos und vertraulich erreichbar. Das Angebot richtet sich aber auch an Menschen aus dem sozialen Umfeld von Betroffenen sowie an Fachkräfte wie Ärzte und Ärztinnen, Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen, Lehrer und Lehrerinnen oder Sporttrainer und Sporttrainerinnen.

 

Sowohl die Telefon- als auch die Onlineberatung sind vertraulich: Anrufe können nicht zurückverfolgt werden, E-Mail-Austausch und Chat sind anonymisiert. Sprachbarrieren gibt es nicht: Jederzeit können Dolmetscherinnen für 17 Fremdsprachen zu den Gesprächen dazu geschaltet werden. Auch hörbeeinträchtigte Menschen können das Hilfetelefon mittels eines Gebärdensprachdolmetschdienstes kontaktieren. Die Beraterinnen sind qualifizierte Fachkräfte mit Erfahrung in der Beratung von gewaltbetroffenen Menschen.

 

Das Hilfetelefon ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) in Köln angesiedelt.

 

Weitere Infos unter: www.hilfetelefon.de

 

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