Herzlich Willkommen auf ingersheim.de

Windkraft...

Foto: Claudia Fy

Schloss...

Kultur...

... und Wein

- typisch Ingersheim

Ingersheimer Amtsblatt

Rubrikenübersicht > Parteien > WIR - Bürger für Ingersheim > 2.Vortrag zur Vortragsreihe "DER NECKAR"

ARCHIV: WIR - Bürger für Ingersheim

Dieser Artikel befindet sich im Archiv!

2.Vortrag zur Vortragsreihe "DER NECKAR"

29.03.2017 – 12.04.2017

Die beiden Wählervereinigungen WIR-Bürger für Pleidelsheim und WIR-Bürger für Ingersheim haben gemeinsam mit Flur und Verkehr Pleidelsheim, Ingersheim, Freiberg e.V. am Montag, den 27.3.17 zum 2. Vortrag der Vortragsreihe „Der NECKAR“ eingeladen.

Ziel der Veranstaltungen soll die kritische Betrachtung der Nutzungsmöglichkeiten des Neckars sein: Naherholung, Verkehrs- und Transportweg, touristische Attraktion, Energiequelle aber auch Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt.

Die erste Veranstaltung im September 2016 beschäftigte sich mit „Fluss und Verkehr“; jetzt war „Fluss und Energie“ an der Reihe und im Herbst werden wir „Fluss und Natur(erlebnis)“ betrachten.

Thema dieses Abends war „Strom aus Wasserkraft - Chance für die Energiewende“. Als Referent konnten wir Herrn Klaus Wachter, Finanzvorstand der Neckar-AG, eine 82-prozentige Tochtergesellschaft der EnBW-Kraftwerke-AG und Herrn Andreas Föll, Leiter Betrieb und Erzeugung der Süwag Grüne Energien und Wasser GmbH gewinnen.

Im gut besetzten Bürgersaal in Pleidelsheim konnten die Veranstalter den Landtagsabgeordneten Daniel Renkonen (Bündnis 90 - Die Grünen) und in Vertretung von Landrat Rainer Haas Herrn Carsten Scholz und ca. 70 interessierte Gäste begrüßen. Auch die Referenten unseres ersten Vortrags  Dipl. Ing. Klaus Michels, Leiter des Amtes für Neckarausbau Heidelberg und Walter Braun vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stuttgart waren unserer Einladung gefolgt. Die große Resonanz lässt darauf schließen, dass der Neckar für seine Anlieger ein wichtiges und immer wieder interessantes Thema ist.

Herr Wachter erläuterte das Entstehen der Neckar-AG, deren Auftrag der Ausbau des Neckars zur Schifffahrtsstraße war. Die Kosten dafür wurden im Bau- und Konzessionsvertrag 1922 durch den Bund vorfinanziert und die Rückführung erfolgt langfristig – bis 2035 - durch den Ertrag aus der Nutzung der Wasserkraft.

Weiter führte er aus, dass der Betrieb der Schifffahrt Vorrang vor der Stromgewinnung habe. In neuerer Zeit ergeben sich durch die Auflagen der Durchgängigkeit bei Querbauten in Fließgewässern weitere Einschränkungen für die Stromproduktion. Den zweiten Teil gestaltete Herr Andreas Föll, der spezieller auf die Situation in Pleidelsheim und Beihingen einging.

Die sich anschließende Fragerunde war sehr aufschlussreich und hat zugleich neue Fragen und Aspekte aufgeworfen:

- Die Möglichkeit, aus dem zu warmen Neckarwasser Energie zu gewinnen, trifft zu, es fehlen aber die rechtlichen Rahmenbedingungen und wasserrechtlichen Genehmigungen.

- Stromsparen stellt einen wichtigen Anteil in der Sicherstellung der Energieversorgung dar.

-  Neue Stromverbraucher wie z.B. Elektromobilität werden in der Zukunft den Strombedarf erheblich steigern.

- Ob die neuen Anforderungen  für Fischauf- und abstieg notwendig sind, wurde in Frage gestellt, andererseits aber der Durchgängigkeit elementare Bedeutung zugemessen.

-  Schlammbildung, Methangasentwicklung, fehlendes Geschiebe wurden angesprochen und dabei die Tatsache, dass altes Geschiebe - weil verseucht -  nicht wieder dem Neckar zugeführt werden darf, sondern entsorgt werden muss, erläutert.

- Der Starkregen in den letzten Jahren führt dazu, dass vermehrt Ackerkrume im Neckar landet.

Unser Fazit: Die Veranstaltung war sehr informativ. Wir wissen nun, dass keine große Steigerung der Energieversorgungsanteile aus Wasserkraft am Neckar möglich ist, im Gegenteil, die Durchgängigkeitsanforderung zieht Wasser und damit potentielle Energie ab.

Die Überleitung zu unserem nächsten Themenbereich DER NECKAR – Fluss und Natur(erlebnis) ist gemacht und wir weisen auf diesen sicher ebenso interessanten Vortrag im Herbst jetzt schon hin.

Christel Staudenmaier/Karin Zimmer