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Foto: Jochen Drexel

- typisch Ingersheim

Foto: Jochen Drexel

ARCHIV: Arbeitskreis Asyl

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April 18

10.04.2018 – 24.04.2018

Es gibt die verschiedensten Gründe, die Flüchtlinge zwingen, ihre Heimat zu verlassen.

Und es gibt mindestens genauso viele Geschichten dazu.

Diese Woche möchte ich die Familie Al Hadidi vorstellen, die seit etwa 1 ½ Jahren in Ingersheim lebt. Najah (33) ist die Mutter von zwei Töchtern und zwei Söhnen, Rawan (14) und Lean (4) und Yazan (12) und Zen (10). Ursprünglich kommen sie aus Raqqa im Norden von Syrien. 2013 verließen sie, ohne Vater und Ehemann das Land. Zu diesem Zeitpunkt war Raqqa die größte Stadt unter der Kontrolle von Islamisten, bis 2014 die Stadt Mossul von dem IS erobert wurde. Raqqa galt bis zur Befreiung am 17. Oktober 2017 als Kommandozentrale und wichtigster militärischer Stützpunkt des IS.

Zunächst war unklar wo die Flucht der Familie Al Hadidi enden wird und ob sie überhaupt in einem sicheren Land ankommen werden. Ein Schlauchboot, beladen mit etwa 70 Menschen, brachte sie in die Türkei, wo sie zwei weitere Jahre verbrachten. Doch die Flucht ging weiter in Richtung Westen. 2016 kamen sie dann mit vielen anderen Geflüchteten in der Landeserstaufnahmestelle in Mannheim an. Von dort kamen sie nach Walheim und anschließend nach Ingersheim.

Wenn Najah über Deutschland spricht, spürt man ihre Dankbarkeit. Sie darf in einem Land leben, das ihre Religion akzeptiert und respektiert. In einem Land, wo sie keine Angst haben muss, wenn sie oder ihre Kinder das Haus verlassen. In einem Land, wo Frauen nicht einfach so verschwinden und misshandelt werden. Ein Land, das nicht zerstört ist von den täglichen Bombenangriffen. Ein Land, das ihren Kindern eine Chance auf eine bessere Zukunft gibt und wo sie in die Schule gehen dürfen.

Wir freuen uns, dass die Familie, die am Hindenburgplatz wohnt, so gut in Ingersheim angekommen ist und sich hier gut zurecht findet. Unter der Woche geht Najah jeden Tag nach Ludwigsburg zu einem Deutsch- und Integrationskurs. Ihre Kinder besuchen die Realschule im Aurain, die Sandschule, die Schillerschule und Lean geht noch in den Kindergarten. Bei allen merkt man, wie sich ihr Deutsch ständig verbessert und das macht uns und die ganze Familie sehr glücklich, denn das ist der Weg um Arbeit zu finden. Najahs Traum ist es Kindern zu helfen beim Lernen. Am liebsten würde sie später in einer Schule arbeiten.

 

Am kommenden Freitag, 13.04.2018 ist wieder das Café International im Gemeindehaus (15-17 Uhr). Bei Kaffee, Chai und leckerem Essen aus aller Welt kommen wir zusammen, um uns auszutauschen und neue und bekannte Leute zu treffen.

Am Montag, 16.04.2018 ist unser nächstes Treffen vom Arbeitskreis Asyl (19 Uhr, evang. Gemeindehaus)

 

Alle sind herzlich eingeladen!

 

Jule Hallmann