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Foto: Jochen Drexel

- typisch Ingersheim

Foto: Jochen Drexel

Ingersheimer Amtsblatt

ARCHIV: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

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Vogelwanderwochenende mit dem BUND OV Ingersheim

08.05.2018 – 15.05.2018

(1) abendliche Vogelwanderung rund um Ingersheim

Hören was singt und zwitschert – das war das Ziel der vogelkundlichen Wanderungen.

Über 30 Vogelinteressierte konnten Karin Zimmer, Vorsitzende des Ingersheimer BUND Ortsverbands und Vogelstimmenexpertin Ute Herrmann bei hochsommerlichen Temperaturen begrüßen.

Die Strecke führte durch die Flurwege und Streuobstwiesen im westlichen Teil der Ingersheimer Markung und durch den östlichen Forst. Langsam und leise bewegte sich die vielfach mit Fernglas und Kamera ausgerüstete Gruppe mit offenem Ohr und Blick nach oben und in die Ferne.

Von Ute Herrmann auf bestimmte Melodien aufmerksam gemacht, wurden Vögel identifiziert und oft auch gesichtet. Hilfreich war dabei auch ein Bestimmungsbuch, welches zusätzlich den Vogelgesang mithilfe eines sogenannten TING-Stifts hörbar machte.

23 Vogelarten umfasste die Liste, als sich die Gruppe nach rund 2,5 Stunden wieder am Ausgangspunkt einfand: Rauchschwalbe, Stieglitz, Sperling, Star, Rabenkrähe, Bachstelze, Buch- und Grünfink, Goldammer, Ringeltaube, Turmfalke, Kohlmeise Gartenrotschwanz, Grün-, Bunt- und Schwarzspecht, überfliegender Graureiher, Mönchsgrasmücke, Zilpzalp, Singdrossel, Zaunkönig, Amsel und Kleiber.

 

Harmonisch klang die Veranstaltung bei einem kleinen Vesper und Getränken im Willmann‘schen Holzhaus aus. Den Jahresbericht des Ortsverbands in Form einer offenen Mitgliederversammlung war für die zahlreichen Gäste sicherlich eine interessante Zugabe.

 

 

(2) Zum Pleidelsheimer Baggersee – Paradies aus 2. Hand

Am Sonntagmorgen war es eine etwas kleinere Gruppe, die mit Gebietskennerin Karin Zimmer und Vogelexpertin Ute Herrmann um 8 Uhr bei Kaiserwetter unterwegs zum Pleidelsheimer Baggersee waren. Hier war das Augenmerk neben den Vogelarten auf den Reiz der Einzigartigkeit der Landschaft gerichtet. Der Altneckar als naturbelassener Seitenarm des Schifffahrtskanals mit den wenigen noch vorhandenen Merkmalen einer einstigen Auenlandschaft und das aus einem ehemaligen Baggersee entstandene Biotop sind einzigartig und faszinierend.

 

Der Weg zum Baggersee führte an den im Landkreis Ludwigsburg seltenen Schwarzpappeln vorbei. Dem solitären männlichen Altbaum linksseitig der L1125 in Richtung Pleidelsheim haben die Aktiven des BUND Ortsverbands Ingersheim gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung 2008 einen damals 2-jährigen weiblichen Jungbaum zur Seite gestellt, der zwischenzeitlich sein Geschlecht durch die Blüte bestätigt hat.

Über die Neckarbrücke an der Pleidelsheimer Schleuse vorbei näherte sich die Gruppe langsam aber stetig dem Baggersee. Mit 27 Arten überstieg die Anzahl die am Vorabend gehörten und oder gesichteten.

Gelistet wurde neben Buchfink, Stieglitz, Mönchsgrasmücke, Amsel, Kohl- und Blaumeise, Kormoran, Türken- und Ringeltaube, Krähe, Wacholderdrossel, Graureiher, Bachstelze, Zilpzalp, Rotkehlchen, Sperling, Schwan, Blesshuhn Sumpfrohrsänger, Schwarz- und Rotmilan, Gartenrotschwanz, Nilgans und Mäusebussard auch ein Pirol und eine Nachtigall mit ihrem für Kenner unverkennbarem Gesang.

Besonders zu erwähnen ist, dass das Storchenpaar auch dieses Jahr sein im letzten Jahr umgebautes Reihernest wieder bezogen hat. Vier Jungstörche – so die Aussage der örtlichen Experten – verstecken sich im Nest und zeigen nur beim Füttern die Schnäbel.

 

Beeindruckend auch die Vielzahl von Kormoran- und Reihernester, die friedlich nebeneinander auf den hohen Bäumen im und am See nahezu alle mit Jungvögel besetzt waren.

Die Beobachtungsplattform im hinteren Teil des Sees, gab weitere Einblicke frei: Auf querliegenden Baumstämmen konnten bei genauem Hinsehen Schildkröten entdeckt werden. Der Blick in den See - mit und ohne Fernglas – für alle beeindruckend. Dass Nachtreiher wieder am See brüten, wurde uns von einem regelmäßigen Besucher berichtet.

Nach mehr als zwei Stunden fand die Veranstaltung ihren Ausklang bei einem gemeinsamen und ausgiebigen Frühstück im Freien. Jetzt konnte bei herrlicher Naturkulisse am Rand des Altneckars, Kaiserwetter und selbstgemachte Gelees noch das eine oder andere Gespräch untereinander geführt werden.

 

Die gute Beteiligung und der harmonische Verlauf war Dank für die Organisatoren und Ansporn für eine weitere Wiederholung im nächsten Jahr.