Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

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Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) | 23.03.2026

03.2026: Rebhuhnmonitoring 2026 abgeschlossen

Seit 2022 beteiligen wir uns als BUND-Ortsverband bei der OGBW am „Monitoring seltener Brutvögel – Rebhuhn“.
Im ersten Jahr waren wir motiviert, denn wir hatten damals auf einer der beiden Großingersheimer Strecken Erfolg und konnten Rebhühner sichten.
2023 und 2024 kamen jeweils nochmals zwei Strecken dazu, sodass wir aktuell 6 sogenannte Transekte im Februar/März nach Sonnenuntergang begehen und mit einer Klangattrappe versuchen Rebhähne zum Antworten zu bewegen. 2024 hatten wir auf einer Kleiningersheimer Strecke Erfolg.
Bruten lassen sich bisher leider nicht bestätigen. Die Tatsache, dass wir in den letzten zwei Jahren keinen Erfolg mehr melden konnten, stimmt nachdenklich. Unsere Markung ist kein Eldorado mehr für Rebhühner. Das müssen wir entweder akzeptieren oder wir müssen am Lebensraum für das Rebhuhn was ändern.
Dass die Art, die in den 70er Jahren noch deutlich sichtbar war, nahezu verschwunden ist hat viele Ursachen. Der Wandel in der Landnutzung – größere Schläge, die Zunahme freilaufender Hunde und Prädatoren, wie der Fuchs hat dem Rebhuhn das Überleben schwer gemacht. Ohne ausreichende Deckung für die Bodengelege überlebt nichts.
Wenn wir wieder Rebhühner erleben wollen, müssen wir etwas am Lebensraum ändern.
Was könnten wir tun? Wie können wir die Flächen verändern?
· Leinenzwang im Außenbereich (ggf. eine Hundewiese zum Freilaufen)
· Lichtäcker (möglichst mit Untersaat). Dabei wird der Drillabstand bei der Aussaat vergrößert (z.B. nur jede 2. Reihe). Dadurch ist Deckung für die Jungvögel gegeben.
· Mehrjährige Rotationsbrachen mit Blühmischung und einer Mindestbreite von 20 m für sichere Gelegeplätze und Nahrungsangebote für die Küken.
· Begrünte Graswege, die weil nicht für die Bewirtschaftung erforderlich hochwachsen können und damit Deckung und Nahrung bieten.
· Niedrige Gehölzstrukturen – wo es die Landnutzung zulässt
Für das alles ist der gemeinsame Wunsch aller Beteiligten zur nachhaltigen Änderung erforderlich.
Bereits im Sommer 2022 hat die Gemeinde mit den Landschafterhaltungsverband des Kreis LB (LEV) und den örtlichen Landwirten als Biotopverbundmaßnahme über 5 km Feldwege mit Blühmischungen eingesät. 4 Jahre später ist davon leider nichts mehr zu sehen. Hier zeigt sich, dass man Maßnahmen begleiten muss, bis sich das erwartete Ergebnis einstellt. Wir wollen mit den Akteuren von damals erneut aktiv werden.

Karin Zimmer (1.Vorsitzende BUND OV Ingersheim)