Ingersheimer Amtsblatt

Obst- und Gartenbauverein Großingersheim

Bienen und ihre Bedeutung für die Umwelt

01.11.2018

Mehr als 30 Interessierte folgten dem Vortrag „Imkerei im Ländle“ von Wolfgang Mallin, Vorsitzender des Bezirksvereins für Bienenzucht e.V. , zu dem der Obst- und Gartenbauverein Großingersheim ins Fischerwörth eingeladen hatte. Ins Zentrum seines Vortrages stellte Herr Mallin die ökologische Bedeutung der Honigbienen: Wie alle Bienen würde auch die Honigbiene durch ihre Bestäubungsleistung in großem Maße zum Erhalt von Wild- und Nutzpflanzen beitragen und sei dadurch ein unverzichtbares Bindeglied im Ökosystem.

Herr Mallin beschrieb zunächst, wie ein Bienenvolk funktioniert: Die Aufgaben von Königin, Arbeiterinnen und Drohnen stellte er, unterstützt durch anschauliche Schaubilder, ausführlich dar. Er beschrieb das Bienenvolk als einen Organismus, der nur als Ganzes überlebensfähig ist. Deshalb sei es wichtig, die Abläufe im Bienenstock zu kennen, damit dieser nicht durch unbedachte Handlungen vernichtet wird. Er unterstrich dies mit eindrucksvollen Zahlen. So produziere z. B. eine Königin im Jahr 120.000 Eier, eine Leistung, zu der ein Huhn 320 Jahre bräuchte.

Über die Arbeit der Imker wurde im zweiten Teil des Vortrags berichtet. So erfuhren die Zuhörer, dass die Zahl der haupt- und nebenberuflichen Imker stetig zurückgehe, es aber gleichzeitig eine Zunahme an Hobbyimkern gebe, bei denen der Honigertrag nicht im Mittelpunkt stehe. So werde z. B. nur 20% des Honigbedarfs in Deutschland auch hier gedeckt, 80% kämen aus dem Ausland.

Eine große Herausforderung an die Imker stellt neben der Varroamilbe der drastische Rückgang an Bienenfutterpflanzen auf den landwirtschaftlichen Flächen dar. So habe er 2018 seine Völker nur durch Zufütterung über den Sommer retten können, berichtete der Referent. Deshalb richtete er an die Obst- und Gartenfreunde den Appell, das ihrige zu tun, um diesen Mangel ein Stück weit auszugleichen. So kann durch bienenfreundliche Blütenpflanzen,die abwechselnd über das Jahr hinweg blühen, eine Futtergrundlage gebildet werden. Auch sollte der Hobbygärtner weitgehend auf Pflanzenschutzmittel verzichten, und, wenn diese doch einmal benötigt werden, sie frühmorgens oder am Abend ausbringen, wenn die Bienen weitgehend im Stock sind.

Wohin ein Rückgang von Wild- und Honigbienen führen kann zeigte Herr Mallin am Beispiel der USA, wo „Bestäubungsimker“ mit ihren Bienenvölkern im Land herumreisen, um die Obstplantagen zu bestäuben, und am Beispiel von China, wo Obstbäume von Hand bestäubt werden müssen. In Baden-Württemberg gebe es einige gute Ansätze zum Erhalt der Artenvielfalt, wie z. B. verpflichtende Brachflächen und Unterstützung beim Erhalt von Streuobstwiesen. Diese gelte es fortzuführen und auszubauen, und jeder könne etwas dazu beitragen.